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British Rail Class 101, Teil 2
Beschreibung: Willkommen in der zweiten Lebenshälfte von Englands Methusalem auf Schienen, ab circa 1980. 80er, England und Schienen? Da ahnt man schon dass hier gleich Dinge aufeinanderprallen, mitunter wortwörtlich, die besser mindestens einen Signalblock Abstand zueinander hielten. Von schweren Unfällen blieb die 101 zwar trotz ihrer immensen Flottenstärke weitgehend verschont, dass die Epoche ihnen gut getan hätte kann man aber trotzdem nicht behaupten. Dass etwa der Scheibenwischer für den Beifahrersitz wegrationalisiert wurde fing in den 70ern an, und nochmal zehn Jahre weiter war die 101 dann permanent die Baureihe, die mit als nächstes ausrangiert würde, wozu also noch groß in Schuss halten. Für etliche Schwestermodelle – mit Ableitungen aus der 101 wurde der gesamte Nummernraum bis Class 131 vollgemacht – war zu der Zeit schon das Ende gekommen. Nicht so bei der 101.

Für die bedeutete die erste kleine Bahnreform von 1982, sprich die Sektorisierung, vor allem eine Reihe neuer Arbeitgeber: Der Löwenanteil fand sich erwartungsgemäß bei den Regional Railways wieder. Die ging dann auch in der Tat daran, die notwendige Erneuerung des Fuhrparks anzugehen, und beschaffte, zum Beispiel, ein paar Pacer. Die aber erstmal nicht fahren wollten. Also, 101 wieder aus dem Schuppen geholt. Überhaupt, über die Pacer müssen wir auch noch reden, das wird bestimmt lustig! Oder Sprinter, die gingen dann auch bald in großen Zahlen in Betrieb. Jetzt hatte ich die 150 und 156 ja anderswo schon als äußerst zuverlässig beschrieben – aber längst nicht jeder Sprinter ist eine 150 oder 156. Und wer muss es richten? Genau.

Strathclyde, in agressivem Orange und im westlichen Schottland unterwegs, war mit der erste der seine 101 ausmustern wollte und das auch erfolgreich vollzog. Wenn man die richtigen Sprinter kauft, das macht sich bezahlt. Die blau-orange Lackierung für die Flaggschiffleistung auf dem „Caledonian“, die sie auch einer für solche Distanzen wenig geeigneten 101 verpassten, blieb allerdings ein Einzelstück.

Im Süden des Landes schließlich, wo die Network Southeast sich eine vergleichsweise überschaubare Anzahl an 101ern vor allem für die diversen Stichstrecken der Great Western und an der Südküste sicherte, war die Situation wieder eine andere. Die Networker – ebenfalls von Metro-Cammell – die hier bei weitem nicht nur die 101 ablösen sollte, funktionierte zwar 1A, aber bevor genug davon gebaut werden konnten, kam die nächste Bahnreform in Gestalt der Privatisierung.

Dass die für die 101 sonderlich etwas geändert hätte, wäre allerdings gelogen. Das Unausweichliche für die inzwischen über 40 Jahre alten Fahrzeuge mag noch etwas herausgezögert worden sein, aber auch nicht so sehr dass auch nur eine der Privatgesellschaften noch erwogen hätte, eine 101 in ihren Farben zu lackieren. Sobald die Auschreibungen gelaufen, neue Züge entworfen und produziert waren, schafften die diversen Baureihen von Desiros, Electro- und Turbostars und dergleichen endlich, was die Staatsbahn vor fast 20 Jahren schon zu erreichen versuchte: An Heiligabend 2003, am Bahnhof Manchester Picadilly, fuhr zum letzten Mal eine 101 als Planzug ab.

Bleibt noch die letzte Zeile: Das war eine Nachverwendung, mitunter auch Zweckentfremdung schon in frühen Jahren, die einigen 101-Steuerwagen zuteil wurde: Der Hebridean, auch wieder ein touristisch relevanter – und lokbespannter – Zug in der schottischen Wildnis, dem Caledonian nicht unähnlich. Dessen Betreiber wollte gerne die amerikanische Idee nachmachen, am Zugschluss einen Panoramawagen laufen zu lassen, mit freier Sicht durch Fenster rundum. In der 101 war dort zwar der Führerstand im Weg, der auch beibehalten wurde, aber durch die großflächig verglaste Trennwand zum Fahrgastraum eigneten sie sich dennoch ganz gut dafür. Nicht mehr nötig war dafür die gelbe Front, die folglich auch weggelassen wurde. Eine Lokomotive hätte man damit ohnehin nicht steuern können. Spätestens mit der Reform von 94 war der Hebridean Geschichte, seitdem rostete (bzw. eben nicht, dank Alu-Aufbauten) der Wagen in Inverness vor sich hin. Momentan befindet er sich in der Aufarbeitung für einen Museumsverein, in dessen Verlauf er auch komplett neue Fenster erhalten hat – als erster 101-Teil überhaupt.

Land: United Kingdom
Betrieb: British Rail
Hersteller: Metro-Cammell
Typ: Class 101
Angeschafft: 1956-1959
Anzahl: 633 (nach Einzelwagen)
Nummern: Yes.
Ausrangiert: ca. 1987-2003
Bildtyp/-art:
Schlüsselwörter:  
Datum: 02.07.2020 18:14
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Hinzugefügt von: Darth Sauron
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British Rail Class 101, Teil 1