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FG_VB 133   Freiberg Busbahnhof   11.9.2009
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Home → [12] Bus, Tram und Zug virtuell → Titanic: Honor & Glory → Demo 3 → Weniger ist mehr.


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Weniger ist mehr.
Beschreibung: "Die Titanic hatte zu wenig Rettungsboote, weil sie ja ohnehin nicht sinken konnte. Wozu also Geld und Platz verschwenden" - Eine der ganz großen Fehlinterpretationen, die jetzt seit 107 Jahren durch die Welt geistern. Zwar ist es richtig, dass für nicht einmal die Hälfte der Personen an Bord ein Sitz in einem der Boote bereitgehalten wurde. Und es stimmt auch, dass Thomas Andrews sein Magnum Opus als "praktisch unsinkbar" bezeichnet hatte - was die in ihren frühen Jahren vom Pech verfolgte Olympic auch durchaus zu belegen schien.

Auf Beiboote zu verzichten war deshalb nichts desto trotz der falsche Weg, ein Schiff muss nicht gleich untergehen um eine Evakuierung notwendig zu machen. Feuer an Bord, Verlust der Manövrierfähigkeit, Stromausfall, hypothetische Szenarien dafür gibt es genug. Soviel dazu.

Was ein Rettungsboot aber überhaupt ist, wie es funktioniert und verwendet wird, das Bild das man davon heute im Allgemeinen hat - das Schiff geht unter, man setzt die Leute in die Boote, die Boote ins Wasser und dann wartet man bis jemand vorbeikommt und sie mitnimmt - dieses Bild wurde auch wieder spezifisch durch die Titanic ins allgemeine Bewusstsein gebrannt. Damals sah das Konzept und die Idee dahinter allerdings ein wenig anders aus. Diese Linienschiffe wurden so genannt, weil sie alle auf denselben Routen fuhren, im Extremfall in Sichtweite zueinander. Falls eins davon mal in Seenot geraten sollte - was auch 1912 schon selten genug vorkam - dann war innerhalb kürzester Zeit ein anderes Schiff zur Stelle. Und dann wurden die Beiboote von beiden verwendet um die Crew und Passagiere des Havaristen auf das andere Schiff zu bringen, hin und her und hin und her, wie mit einer Fähre im Wesentlichen.

Dass das im Fall der Titanic deutlich schief gegangen ist, lag vor allem daran dass sie (um Eisberge zu vermeiden) ca. 20 Seemeilen weiter südlich als üblich unterwegs war. War das jetzt zuviel oder zu wenig? Oh Murphy...

Was aber ganz eindeutig nicht richtig ist, ist die Behauptung dass wenn genug Rettungsboote für alle da gewesen wären, auch mehr überlebt hätten. Wahrscheinlich ist das Gegenteil der Fall: Die Titanic hat es durch Kompetenz Aufopferungsbereitschaft ihrer Crew, durch solide Bauweise, und vor allem auch durch viele, viele glückliche Umstände geschafft, sich nach der Kollision nicht nur noch fast drei Stunden über Wasser zu halten - das ist bei Weitem ein Rekord - sondern das auch zu tun ohne sonderlich Schlagseite zu bekommen oder gar zu kentern. Auch das ein Ausnahmefall. Diese Zeit hat so gerade eben gereicht um alle Rettungsboote (teils deutlich weniger als mehr) zu beladen und von Bord zu bekommen, gegen Ende indem man ihre Leinen kappte und sie davontreiben ließ. Allerdings verging nach der Kollision auch über eine Stunde bevor das erste Boot im Wasser war - auch dafür gab es Gründe. Wenn auch nicht unbedingt Gute.

Wäre nun mehr als die doppelte Menge an Booten - statt 20 etwa 50 oder 60 - an Deck platziert gewesen, wäre es unvermeidlich gewesen sie über- und ineinander zu stapeln. Das heißt: Bevor irgendjemand das Boot benutzen könnte, hätte man es erstmal vom Stapel herunterheben müssen. Und es dann in den Davit (Kran) einhängen, es beladen und 4, 5 Decks tief ins Wasser lassen. Dann müssten die Seile zurück aufs Bootdeck geholt werden, das nächste Boot eingehängt werden, und das ganze geht von vorne los. Und das hätte gedauert. Durch die erste Einhängeprozedur alleine wäre (bei ansonsten unveränderten Parametern) schon mehr Zeit vergangen als zur Verfügung stand und es hätten mit höchster Wahrscheinlichkeit noch weniger Menschen einen sicheren Weg von Bord gefunden als ohnehin schon. Es mag hart klingen, aber was sich nach der Kollision an Bord abspielte, war in vielen Belangen ein Best-Case-Szenario. Mehr war nicht rauszuholen. Auf hoher See ist man in Gottes Hand, da hilft im Zweifel kein Beten und keine noch so gute Ausrüstung.

Boot Nummer 1, das hier über die Bordwand hinaushängt (und hoffentlich noch eine Überarbeitung der Texturen erfahren wird) hat derweil seine eigene hochkontroverse Geschichte: Zu den Insassen - insgesamt waren es ganze 12 - zählten neben einer Handvoll Heizer und einem Ausguck der Titanic auch das Ehepaar Duff-Gordon aus der 1. Klasse, ihres Zeichens Modemillionäre und exzentrische Berühmtheiten. Wenn einem Seemann damals das Schiff unter'm Hintern versoff bedeutete das damals den fristlosen Verlust des Arbeitsplatzes, Sozialstaat oder etwas dergleichen gab es de facto nicht. Die Gordons veranlasste das dazu, jedem 5 britische Pfund (560 Pfund nach heutigem Wert) mit denen sie erstmal eine Zeit lang über die Runden kommen konnten. Von der Presse wurde das im Nachhinein dann so zurechtgezerrt, dass sie die WSL bestochen haben um sich ein Privatboot zu sichern. Falls das so war, wurden Belege dafür niemals öffentlich gemacht.
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Datum: 05.02.2019 15:53
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Hinzugefügt von: Darth Sauron
Kommentare
Darth Sauron
Administrator

Registriert seit: 15.03.2012
Kommentare: 7208
Ich hatte mir das ja so gedacht, dass ich ein, zwei Bilder von der kleenen am Tag hochlade und sie dann weitgehend in den Uploads untergehen, no pun intended. Ist ja letztlich schon ein wenig off Topic auf MMT. Wenn ihr dann aber zwischendurch nichts hochladet kommt es halt dazu dass die Startseite jetzt schon halbvoll ist damit
05.02.2019 15:56 OfflineDarth SauronTheArkerportian at yahoo.com
B100S_2120
Member

Registriert seit: 18.06.2009
Kommentare: 4591
Schreibst du Elektrotechnik für mich? Dann hau ich alles raus.
05.02.2019 16:48 OfflineB100S_2120jan.scholtyssek at outlook.de
Darth Sauron
Administrator

Registriert seit: 15.03.2012
Kommentare: 7208
Nein
tu ich nicht, ein Gentleman ruiniert nicht andrer Leuts Existenzen

War auch kein Vorwurf, wollte nur Spamverdächtigungen vorbeugen.

Aber zum Bordstrom kommt auch noch was
05.02.2019 16:52 OfflineDarth SauronTheArkerportian at yahoo.com
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Oy?!